Themen
 
     
 
 
     ... über Fotografie
Es geht nicht um den törichten Wunsch, sie zu halten, oder um die Erstellung eines naiven unvergänglichen Protokolls des Geschehenen; es geht um die Materia­li­sie­rung bestimmter Gefühle in bestimmten Augenblicken. Mit Modellen hingegen gibt es erotische Momente, die nur durch Licht- oder Raumverhältnisse hervorgerufen wer­den, sie sind reine intellektuelle Emotionen. Die Fotografie kann sie alle zu­sam­men­fassen und Neues daraus schaffen.

Es gibt Menschen, die nur mit dem Blick auf die Zukunft leben, und andere, die die Gegenwart nur bezogen auf die Vergangenheit leben. Ich gehöre zu denen, die sich gerne erinnern. Aber ich mache keine Fotografien, damit etwas stellvertretend fort­besteht: Nein, die Lust, erotische Bilder zu machen, ist etwas anderes. Eine Land­schaft zu fotografieren ersetzt weder die Gerüche des Windes noch die kör­perliche Lust, Teil eines Ortes zu sein. Und ebenso ersetzt ein erotisches Foto weder die Gerüche des Körpers noch die körperliche Lust zwischen Fotograf und Muse. Es ist für mich vielmehr die formale wie gefühlsmäßige Befriedigung, diesen Ort und diesen Körper so zu rekonstruieren, wie ich ihn empfinde, und zugleich geändert durch die Komposition, in die ich ihn einfüge, und durch die Wahl des Augenblicks. Ein lust­volles Gesicht, ein nackter Körper oder ein indiskreter Blick kann das Verlangen her­vorrufen, sie festzuhalten, und zwar einerseits genauso, wie sie sind, und zugleich doch anders. Ein gelungenes Frauen-Foto hat mit dem einzelnen Modell oder der Muse im eigentlichen Sinn nicht mehr zu tun, es hat mit allen Frauen zu tun.

Erotik gehört eindeutig zum Vokabular meiner Fotografie. Sie ist oft Motor meines Schaffens, auch wenn ich nicht gerade Frauen fotografiere. So wie der Voyeurismus sich nicht auf erotische Fotografie begrenzen lässt. Viele meiner Bilder sind durch Voyeurismus geprägt, obwohl sie keine erotischen Momente darstellen. Die Lust sowie die Freiheit am Schauen sind für einen Fotografen entscheidend.

Fotografieren ist das unreflektierte Bedürfnis, bestimmte Momente festzuhalten. Je­des Bild sagt uns: „Das wird nicht mehr sein“, und zugleich sagt es: „Aber es war! „

1 2 3 4 5 6  
Galerie Celentano
 
Reichenbachstraße. 23
80469 München
Deutschland
Tel: 0049-170-9395551

 
 
Sorrento International Photo School
 
Chiostro di San Francesco
Sorrento, Italien
Tel: 0039-3440838503
 
> Virtueller Besuch <
Fotoausstellung
Memories in the wind Sorrento